Anindya verließ Zaskias Haus, nachdem sie sich etwas gefangen hatte. Doch sie fuhr nicht nach Hause. Stattdessen lenkte sie den Wagen zu einem Bürogebäude im Stadtzentrum — der Kanzlei von Haryo Wibowo, dem renommierten Anwalt, der sie seit Jahren in Rechtsfragen beriet.
Während der Fahrt kreisten ihre Gedanken: Wer hatte ihr die Fotos von Radit und seiner Geliebten geschickt? Wer hatte ihr die Nachricht über seinen Aufenthalt im Krankenhaus zukommen lassen? Ein Freund — oder ein Feind? Kein Absender auf dem Umschlag. Anindya versuchte, die Handynummer des Nachrichtensenders anzurufen, doch die Nummer war bereits deaktiviert.
*
In der Kanzlei von Haryo Wibowo wurde Anindya sofort vorgelassen — das gesamte Büro kannte sie als Mandantin des Seniorpartners. Sie setzte sich Haryo gegenüber, ohne auf eine Aufforderung zu warten.
„Frau Anin?" Haryo blickte überrascht auf. „Was führt Sie hierher? Warum haben Sie mich nicht einfach angerufen?"
„Ich möchte die Scheidung von meinem Mann Raditya einreichen", antwortete Anindya ohne Umschweife. „Er betrügt mich seit Jahren. Ich will, dass er das Haus ohne einen einzigen Cent verlässt. Geht das?"
Haryo hörte aufmerksam zu und notierte die wichtigsten Punkte in seinem Notizbuch.
„Zunächst eine Frage, Frau Anin: Haben Sie und Herr Raditya einen Ehevertrag abgeschlossen, der die Vermögensaufteilung im Scheidungsfall regelt?"
Anindya schüttelte langsam den Kopf. Ein bitteres Lächeln lag auf ihren Lippen. „Nein. Damals, als wir geheiratet haben, waren wir arm. Wir besaßen nichts. Ich habe ihm blind vertraut, ich hätte nie gedacht, dass ein Tag wie dieser kommen würde. Für mich waren Liebe und Vertrauen genug. Wer hätte geahnt, dass er zu so etwas fähig ist?"
Der Anwalt seufzte tief und schüttelte bedächtig den Kopf.
„Dann muss ich ehrlic…
Du betrügst, du verlierst
Episode 2
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